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21 Jan

Geschrieben von: FABRICAL

Kategorien : Digitalisation

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ENTSPANNT IN DEN TAG STARTEN


Ich öffne die Augen und sehe den Sonnenschein, der durch das Blätterdach des tropischen Regenwaldes sticht. Ich höre beruhigende Klänge, Wasserrauschen, Vogelgezwitscher. An der Glasdecke sehe ich meinen Termin bei Banana in 30 Minuten eingeblendet, höchste Zeit um aufzustehen. Noch ganz schnell gleitet mein Blick über ein paar Breaking News. Ich schwinge mich aus dem Bett und tippe ans Fenster. Dieses gibt die wunderschöne Aussicht auf Limmat und Zürichsee frei. Fenster, Tische, Wände, Decken, Böden sind aus Glas, kombiniert mit OLED Technologie. Diese kommunizieren mit mir, lesen meine Stimmung, wissen, was ich gerne sehe und lese. Sie regeln die Helligkeit, das Ambiente, die Aussicht. George ist unser Handyman. Er macht unser Leben einfacher zuhause, er ist zuständig für die manuellen Arbeiten.


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In der ehemaligen Garage, wo früher die Range Rover standen, befinden sich heute Algentanks, ein Bioreaktor sowie die Batterien der Solar- und Windanlage; Algen, die unter Photosynthese wachsen, produzieren Eiweisse und Vitamine, sie schmecken zwar ekelhaft, sind aber sehr gesund.


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Daneben gedeiht ein kleiner Themengarten. Salate wachsen im Regenwasser, mit kontrollierter Nährstoffzufuhr, nicht in der Erde. George schaut auch hierzu, er bewegt sich jetzt wie ein Mensch, hat unseren Alltag gelernt und ist stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort.


DAS LEBEN IN DER STADT


Das Büro in der Stadt haben wir vor Jahren aufgegeben. Juristen, Banker, Vermögensverwalter und Wirtschaftsprüfer braucht es kaum noch. IT-Ingenieure dafür umso mehr. In unserem ehemaligen Büro befindet sich heute ein Food-Mekka für sogenannte Individualisten, jene mit  dem hyperkompliziertem Ernährungs-Verständnis, sie treffen sich in Scharen in den kleinen Restaurants, Bars und Food Outlets, wo sie Grillen, Mehlwürmer, Wanderheuschrecken, Maden und in-vitro Fleisch verzehren. Sie sehen alle gleich aus und fallen nicht auf. Fleisch aus Massentierhaltung ist nicht mehr erlaubt. Generell ist das Essen heute Ausdruck der Selbst-Inszenierung, der Lebenspositionierung. Was man isst, gibt Aufschluss über seine Lebensphilosophie, die Community-Zugehörigkeit und das Social Standing.


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Der Geräuschpegel in der Stadt ist sehr tief. Man hört nur das Summen der autonomen Elektromobilität am Boden, in der Luft und im Wasser; es gibt keine Staus, keine Parkprobleme, Fahrzeuge bewegen sich permanent, Drohnen liefern Post.


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Ich kann jedes beliebige Transportmittel innerhalb von Minuten anfordern, eigene Fahrzeuge hat niemand mehr, man nimmt Mobilität in Anspruch, für sich und Waren. Es werden keine Strafzettel mehr verteilt, es gibt keine Strassenpolizei, keine Unfälle, keine Fahrausweise und Führerprüfungen, keine Rotlichter, keine Parkhäuser, keine Tankstellen, keine Ticketautomaten, keine Bankomaten, keine Banken, keine Verbrechen in der Öffentlichkeit, keine Plastik-Verpackungen, keinen Fast Food, nur noch viel Banana-Mobilität und Fussgängerzonen. Ich stehe nirgends mehr an, alles ist bereit, wenn ich es anfordere.


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Zürich ist digitalisiert, grün, leise, mit guter Luft, Kameras und Leitsysteme koordinieren das Leben, und halten es im Detail fest.


DIGITALISIERUNG


Noch vor 10 Jahren war es das Thema. Damals war die Unsicherheit gross. Doch es haben schlussendlich alle profitiert: Staubsaugen, Getränke schleppen, Glühbirnen auswechseln, Altpapier bündeln, Altglas entsorgen, Auto waschen, Harley Davidson polieren, alles passé. Meine Harley steht heute im Keller, fahren darf man diese nicht mehr, zuviel CO2, zuviel Lärm, keine Self-Driving-Software. Wer das Motorbike Feeling noch braucht, kann sich mit selbstfahrenden Maschinen real durch die Strassen fegen lassen.


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Neben George haben wir mit Maggy eine zweite Hilfe zuhause. Sie kocht, putzt, deckt auf, räumt ab, leise, diskret, immer freundlich, keine Ermüdungen. Fast keine. Halbjährlich gehen wir mit Maggy in den Banana-Store am Paradeplatz, dort wo früher die Credit Suisse stand, hat Banana das Robotik-Service-Center eingerichtet, auf der gegenüberliegenden Seite, wo die UBS stand, werden die selbstfahrenden Fahrzeuge gewartet. Banana ist heute der grösste Robotik-Technologiekonzern von Europa, er beschäftigt viele Leute, qualifizierte Personen in allen Altersgruppen. Sie können dort arbeiten, soviel und solange sie wollen.


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DAS VERNETZTE LEBEN


Algorithmen erfassen die meisten Vorgänge in unserem Leben und stellen uns die daraus abgeleiteten Informationen zur Verfügung. Man weiss heute, wie lange man mit jemandem zusammenleben wird, man kann die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen besser prognostizieren. Vor zehn Jahren noch hatte man Angst vor den Auswirkungen der Digitalisierung, Angst um die Jobs, die Rente. Man hatte Angst vor der künstlichen Intelligenz, der Überalterung, der Macht der Grosskonzerne, der Sicherheit im Netz, der totalen Überwachung. Man konnte nicht zwischen Risiken und Chancen unterscheiden. Deutsche Automarken haben ihre Vormachtstellung verloren, es gibt eigentlich gar keine Automarken mehr, ausser im Freizeitbereich. Die USA erholen sich noch immer von der Regierungszeit ihres letzten Präsidenten.


Alteingesessene Firmen sind mit ihren 10-jährigen Masterplänen langsam verschwunden, Newcomer haben übernommen. Strategic Agility heisst die Fähigkeit, sich täglich an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Milliardenkonzerne wurde erst vor einigen Jahren gegründet. Wie z.B. Banana. Sie bauen selbstfahrende Vehikel, die haben keine Namen, es sind autonome Elektromodule, die sich in Verkehrsleitsysteme ein- und ausklinken. Die Drohnentechnologie hat den Luftraum erschlossen für die individuelle Mobilität. Würde ich nicht gerade neben dem Paradeplatz wohnen, hätte ich nun für meine Reise zu Banana ein „ACM“ (Autonomous Commuting Module) geordert.


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The world's first electric, personal Autonomous Aerial Vehicle (AAV) - EHang 184 (PRNewsFoto/EHANG)  940x528


DIGITALE MANUFAKTUR EUROPA


Konsumentscheide werden ausschliesslich digital beeinflusst, Käufe finden im einzigen grossen Shopping Center statt, dem Internet. Augmented Reality erlaubt es, Nachfrage und Angebot in Echtzeit virtuell zusammenzuführen. Die neue digitale Generation verhält sich anders, sie braucht weniger Statussymbole, hortet weniger Eigentum, sie teilt Sachen, ist effizient und verbraucht weniger Strom. Crowd-Funding erlaubt es, Ideen rasch und effizient anschieben zu können, selbst kleine Firmen haben oft tausende von Aktionären.


Europa ist „best in class“ in Sachen flexible Arbeitsmodelle, sozialem Frieden, Stabilität, Umweltschutz, Effizienz. „Made in Europe“ ist ein Gütezeichen. Der globale Güteraustausch hat sich fundamental verändert. Güter, die nach Europa kommen, müssen eine lückenlose zertifizierte Wertschöpfungskette aufweisen. Wenige dieser sogenannten Billiglohnländer können das oder haben damit ihren Wettbewerbsvorteil verloren. Südostasien ist nicht mehr die billige Werkbank der Welt, modernste Kleiderfabriken stehen im Tessin, sie produzieren intelligente Kleidungsstücke, individualisiert, mit 3D Druck, mit eingebauter Sensorik, die auf Gefühle oder die Umwelt reagieren, Bio Tech Stoffe, die aus organischem Material herangezüchtet werden, und wenn man sie nicht mehr trägt, gegessen werden können.


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ARBEITSMODELLE


Sie sind heute hochflexibel. Arbeitsort und Arbeitszeit vermischen sich, man ist dank der Vernetzung immer und überall im Büro. Es wird dezentral gearbeitet, physische Meetings finden nur noch bei speziellen Ereignissen statt.


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Grosse Büros gibt es heute weniger oft in Zürich, dafür viele kleine Workshops für ad hoc gebildete Work Groups, eine Mischung aus vernetzter Denkfabrik, Arbeitsplatz, Freizeitpark, Wohlfühloase. Infrastruktur wird heute für eine beschränkte Dauer und einen bestimmten Zweck gemietet. Gleiche Räumlichkeiten werden 24 Stunden benutzt, für unterschiedliche Konzepte, von unterschiedlichen Gruppen.


Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist heute Realität, zwar klein, aber es sichert die Existenz. Leute ohne hochspezialisierte Fähigkeiten und Ausbildungen mit weniger Chancen werden so sozial getragen. Die künstliche Intelligenz hat unsere Arbeit stark erleichtert, wir haben heute eine höchste Produktivität in der Geschichte der Menschheit, und arbeiten weniger als vor 20 Jahren. Die freie Zeit investieren wir in Weiterbildungen. Diese sind heute nicht mehr lange Ausbildungs-Sequenzen, sondern Knowhow-Aufbereitung für spezifische Projekte. Die Echtzeit-Verfügbarkeit von Informationen ermöglicht es uns, dieses Wissen unmittelbar zu nutzen.


Neue Produkte sind effizienter, intelligenter, langlebiger, umweltfreundlicher, gesünder, nachhaltiger, wiederverwertbar. Die menschliche Intelligenz hat die künstliche Intelligenz bis dato in Grenzen gehalten, obwohl Mini-Roboter in der Zwischenzeit 2 mm  gross sind oder Drohnen besser Tennis spielen als Roger Federer.


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Die oben beschriebenen technischen Applikationen sind 2018 keine Utopien, sondern eine Zusammenfassung bestehender Technologien.


KONKLUSION


Der Digitalisierungs-Prozess zeigt in extremis die Risiken und die Chancen für bestehende und für neue Unternehmen auf. Während es für etablierte Unternehmen viel schwieriger ist, die DNA von „analog“ auf „digital“ zu drehen und disruptive Geschäftsmodelle in zukunftsträchtige zu verwandeln, starten neue Unternehmen ohne Altlasten auf der grünen und digitalen Wiese. Mit Hilfe neuer digitaler Geschäftsmodelle werden Einnahmequellen erschlossen, die in der „analogen“ Welt unvorstellbar und unrealisierbar sind. Kredite bei Banken sind schwierig zu bekommen, während das Crowdfunding hohe Beträge in wenigen Stunden bereitstellt. Die Kräfteverhältnisse und das Gesellschaftsverhalten verschieben sich gerade fundamental.


Fabrical begleitet und unterstützt seit Jahren Unternehmen in Digitalisierungs-Projekten. Neue Aspekte von Unternehmensfinanzierung, von Nachfolgereglungen, das Umdenken von Masterplänen zu rollender Planung, die strategische Beweglichkeit (strategic agility) etc. sind nur einige Themen, die heute in allen Unternehmen aktuell sind und die wir gemeinsam mit unseren Kunden lösen. Gerne beraten wir Sie und Ihre Unternehmung. Wir präsentieren in einer Reihe von Publikationen verschiedene Themen und Lösungsansätze , bei denen renommierte Unternehmerpersönlichkeiten Ihre Erfahrungen zum Thema Digitalisierung einbringen.


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Andreas Schlumpf


Partner Fabrical GmbH, schlumpf@fabrical.swiss, +41 41 500 08 00

 

 

 

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